Das Gerundium im Italienischen und Spanischen: Ein syntaktischer Vergleich mit Ausblick auf das Ladinische

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Abstract

In diesem Artikel versuche ich, einen Vergleich zwischen dem Gebrauch des Gerundiums imItalienischen und im Spanischen zu ziehen. Trotz der formalen Übereinstimmung gibt esnämlich einige Unterschiede in der Syntax dieser Verbform. Die bedeutendste Abweichungstellt wahrscheinlich das prädikative Gerundium dar, das im Spanischen sehr gebräuchlich, imItalienischen hingegen ungrammatisch ist. Diese Divergenz geht auf die früheste Phase derromanischen Sprachen zurück, als die lateinischen Präsenspartizipien im Spanischenkonsequent durch Gerundien ersetzt wurden. Andererseits kam im spätmittelalterlichenItalienisch die Tendenz auf, das Subjekt des Gerundiums nur mit dem Subjekt (bzw. mit demAgenten) des Hauptsatzes zu koindizieren.Der zweite Teil des Artikels ist den Gerundien des nördlichen Ladinischen gewidmet,wo sie mit Wahrnehmungsverben gebraucht werden können. Trotz dieser oberflächlichenÄhnlichkeit mit dem Spanischen handelt es sich hier aber nicht um prädikative Gerundien:Dieser Gebrauch ist nämlich nichts anderes als das Relikt einer früheren Phase, als dasprädikative Gerundium in ganz Italien, hauptsächlich in den galloitalischen Mundarten,benutzt wurde. Im heutigen Ladinischen wurde diese Verbform aber einer anderen Strukturangepasst, die nicht prädikativ ist, sondern den Infinitivsätzen der übrigen romanischenSprachen gleichkommt.
Original languageGerman
Title of host publicationComparatio delectat II: Akten der VII Internationalen Arbeitstagung zum romanisch-deutschen und innerromanischen Sprachvergleich
Pages491-504
Number of pages14
Publication statusPublished - 2015

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NameINNTRANS. INNSBRUCKER BEITRÄGE ZU SPRACHE, KULTUR UND TRANSLATION

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